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Kirchengemeinde St. Jacobi Bleckede

Bleckedes Kirchengemeinden suchen neue Wege

Wed, 08 Jan 2020 15:27:17 +0000 von Christian Cordes

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Gemeinden auf dem Weg
Fünf Monate sind vergangen seit dem plötzlichen Tod des Pastors Jens-Peter Müller und dem Weggang des Pastors Martin Rutkies. Der Abschied unserer Diakonin Stephanie Witt zum Jahresende ist leider auch geschehen. Wie geht es weiter?

Inzwischen hat sich bereits eine Menge getan. Mit Unterstützung des Kirchenkreises haben wir in jeder Gemeinde einen pastoralen Ansprechpartner (Pastorin Bettex in Bleckede, Sup. Cordes in Barskamp, Pastor Link in Garlstorf). Zusammen mit den Vertretungen haben die Kirchenvorstände daran gearbeitet, dass die regelmäßigen Gottesdienste in unseren Gemeinden weiterhin stattfinden werden. Auch ist sichergestellt, dass für die kirchlichen Amtshandlungen wie Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen genügend Pastorinnen und Pastoren zur Verfügung stehen. Allgemein sind wir sehr dankbar, dass die Vertretungsregelungen funktionieren. Aber: es sind eben auch tatsächlich nur Vertretungsregelungen, die allen Beteiligten zusätzliche Arbeit, Aufwand und nicht zuletzt Zeit abverlangen.

Im letzten Gemeindebrief berichtet Sup. Cordes bereits, dass die Kirchenvorstände unserer drei Gemeinden Barskamp, Bleckede und Garlstorf vor der großen Aufgabe stehen, sich zu überlegen, wie es weitergehen soll. Deshalb wurde eine Arbeitsgemeinschaft „Zukunft unserer Gemeinden“ gegründet, die herausfinden soll, wie eine erweiterte Zusammenarbeit aussehen und fruchtbar gestaltet werden kann.

Zunächst ging es darum, gegenseitig ein besseres Verständnis für die jeweils anderen Gemeinden zu bekommen: wie ist die finanzielle Ausstattung jeder Gemeinde? Wie ist der Zustand der Kirchen, der Gemeindehäuser, der Pastorate und evtl. sonstiger Gebäude? Wie sind die Friedhöfe organisiert? Wieviel Angestellte und Ehrenamtliche gibt es? Wie ist das Gemeindeleben organisiert? Aber auch: wo gibt es Probleme und Herausforderungen? All dies haben wir inzwischen gegenseitig offengelegt.
Im nächsten Schritt geht es nun darum zu überlegen, wie die weitere Zusammenarbeit konkret ausgestaltet werden soll. Bei Besuchen in anderen Gemeinden, die den Weg eines Zusammenschlusses bereits gegangen sind, haben wir gelernt, was funktioniert und was nicht, und welche Dinge es zu beachten gibt. Es gibt - von der Landeskirche vorgegeben - verschiedene Möglichkeiten, wie ein Zusammenschluß formell aussehen kann. Hier werden wir die Vor- und Nachteile der veschiedenen Möglichkeiten betrachten und gewichten. Es ist zu überlegen, wie wir die Verwaltung so vereinfachen, dass wir die Belastungen dort so gering wie möglich halten. Schließlich muss festgelegt werden, wo welche Verantwortlichkeiten liegen werden. Und wird es eine große Aufgabe sein zu überlegen, wie es gelingen kann, dass jede Gemeinde ihre Eigenständigkeit in den jeweiligen Bereichen behält, die ihr besonders wichtig sind. Dabei ist es ein gemeinsames Ziel der drei Kirchenvorstände, eine Lösung zu finden, die in allen drei Gemeinden akeptiert wird.

Neben organisatorischen Fragen gilt es zu regeln, wie das gemeindliche Leben in Zukunft aussehen soll. Was erwarten wir von unserem neuen Pastor/in und Diakon/in? Für welche Altersgruppen und in welchen Bereichen wollen wir zukünftig neue Angebote erarbeiten? 

Schließlich müssen wir dann, sobald die organisatorischen und inhaltlichen Dinge geklärt sind, die Ausschreibungen für die Pastoren- und Diakoniestellen auf den Weg bringen. Über die Schwierigkeiten, geeignete Bewerber*innen zu finden, wurde im letzten Gemeindebrief berichtet. Es kommt darauf an, Bewerberinnen und Bewerbern ein attraktives Arbeitsumfeld anzubieten.
All diese Dinge sind sehr gut und ohne Zeitdruck zu überlegen und zu entscheiden. Den Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorstehern ist die Tragweite ihrer Entscheidungen bewusst. Aber wir sind sicher, dass wir mit Gottes Hilfe eine gute Lösung finden werden. Wir halten Sie informiert!

Andreas Heincke